Zugänge und Hürden
- Gott ist Gott
Zu den größten Hindernissen einer Gottesbeziehung gehören irrtümliche Vorstellungen von Gott. Meist wird Gott vermenschlicht und nach eigenen Vorstellungen „geschaffen“. Er übersteigt aber unseren Horizont und ist unvorstellbar.
Wohl aus diesem Grund versucht Gott nicht, sich dem Menschen zu erklären, im Gegenteil. Er bleibt zunächst unbekannt und rätselhaft. Erst als Mose ihn eindringlich darum bittet, weil es zur Umsetzung eines Auftrages zwingend erscheint, gibt Gott etwas kurz und eher rätselhaft von sich preis: „Ich bin, der ich bin“. Oder: Ich bin, der da ist. Gott gibt keine Erklärung seines Wesens, sondern die Zusage seines Tuns, seines Beistandes und seiner Gegenwart.
Auf diese Antwort kann der Mensch unterschiedlich reagieren durch Akzeptanz oder Ablehnung. An diesem Punkt endet für viele Menschen bereits die Gottsuche.
Nicht so für Abraham, der seine Heimat und Sippe verlässt, um dem Ruf Gottes zu folgen. Das klingt heute vielleicht banal, war aber damals revolutionär. Die Sippe bedeutete in der Menschheitsgeschichte – über ihre mit Abstand längste Zeit – alles. Der Einzelne war sozial isoliert schutzlos und kaum überlebensfähig. Abraham hatte nichts außer einer offenbar intensiven Gottesbeziehung. Und die muss so intensiv gewesen sein, dass sie für ihn die Grundlage bilden konnte, etwas eigentlich Unmögliches zu tun und alle (anderen) Sicherheiten hinter sich zu lassen. Aufgrund eines inneren Impulses verließ er seine Heimat und wurde zu einem von Gott überreich gesegneten Menschen. Ein Kinderspiel war das gewiss nicht. Dieser Schritt des Glaubens/Vertrauens wurde bei ihm lebensbegleitend herausgefordert und war folgenreich. Drei Weltreligionen sehen in ihm ihren Ursprung.
Der Name Gottes – und damit seine Identität – ist den gläubigen Juden bis heute so heilig, dass sie ihn nicht einmal aufschreiben oder aussprechen, sondern ihn umschreiben. Gott hat Moses, der eine ähnlich intensive Gottesbeziehung wie Abraham aufbaute, in den Zehn Geboten strikt untersagt, sich ein Bild von ihm zu machen. Nicht aus unlauteren Motiven, sondern, weil der Mensch es einfach nicht fassen kann.
Gott ist Gott, und bleibt es. Auch wenn sich inzwischen die Situation völlig geändert hat. Gott wurde Mensch. Jesus sagt: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen.“ (Joh 14,9) Seitdem wissen wir genug über Gott, wenn wir Jesus kennenlernen. Wie Abraham und Moses steht er in einer innigen Gottesbeziehung. Sie bildet offenbar den Schlüssel. Er sagt: „Ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich, wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne“ (Johannes 10, 14-15).
2. Gott liebt Liebe
Gott ist die Liebe in Person. Dazu gibt es keine Steigerung und auch keine Abstriche. Das Leben Jesu vermittelt dazu die Beschreibung. Jesus hebt das neue Gebot hervor: „Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.“ (Joh 13,34) Und er betont: „Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt.“ (Joh 13,35)
Paulus beschreibt im 1. Korinterbrief (Kap. 13) in unübertrefflicher Weise, wie er dies verinnerlicht hat.
Liebe ist nicht nur ein Aspekt, sie bildet das Wesen Gottes. In der Dreieinheit der Liebesbeziehung von von Vater, Sohn und Heiligem Geist findet sie zB ihren Ausdruck.
Deshalb durchdringt die Liebe alles.
3. Gott liebt Freiwilligkeit und gibt Freiheit
Wie lässt sich Liebe beschreiben? Mit der Antwort lassen sich wohl Bücher füllen. Aber ohne eines kommt Liebe nicht aus: Freiwilligkeit. Das spürt vermutlich jeder Mensch, der liebt: Nur wenn ich etwas gerne und freiwillig tue, liebe ich wirklich. Der liebende Mensch will das Gute nicht aus Zwang, sondern von Herzen tun.
Wenn Gott die Liebe in Person ist, überrascht uns dann sein Prinzip der Freiwilligkeit? Ja, denn wir haben sie nicht so sehr verinnerlicht wie es Gottes Wesen entspricht. Bereits der Anfang der Heiligen Schrift bezeugt es. Gott betätigte sich als Schöpfer, weil er es wollte. Er beschenkte den Menschen mit dem Paradies, auch wenn es den Menschen nicht gelang, mit der Freiheit umzugehen.
Die Unvollkommenheit des Menschen bildet für Gott keinen Grund, sein Wesen aufzugeben, im Gegenteil. Aber Liebe begrenzt ihn. Denn Gott bleibt zwar Gott, aber der Mensch entscheidet in Freiheit, sich auf ihn einzulassen. Es gibt beide Möglichkeiten: Ja oder Nein zu Gott – eben Freiheit.
4. Das Herz bildet den Schlüssel
Wie lässt sich Liebe beschreiben? Mit der Antwort lassen sich wohl Bücher füllen. Aber ohne eines kommt Liebe nicht aus: Freiwilligkeit. Das spürt vermutlich jeder Mensch, der liebt: Nur wenn ich etwas gerne und freiwillig tue, liebe ich wirklich. Der liebende Mensch will das Gute nicht aus Zwang, sondern von Herzen tun.
Wenn Gott die Liebe in Person ist, überrascht uns dann sein Prinzip der Freiwilligkeit? Ja, denn wir haben sie nicht so sehr verinnerlicht wie es Gottes Wesen entspricht. Bereits der Anfang der Heiligen Schrift bezeugt es. Gott betätigte sich als Schöpfer, weil er es wollte. Er beschenkte den Menschen mit dem Paradies, auch wenn es den Menschen nicht gelang, mit der Freiheit umzugehen.
Die Unvollkommenheit des Menschen bildet für Gott keinen Grund, sein Wesen aufzugeben, im Gegenteil. Aber Liebe begrenzt ihn. Denn Gott bleibt zwar Gott, aber der Mensch entscheidet in Freiheit, sich auf ihn einzulassen. Es gibt beide Möglichkeiten: Ja oder Nein zu Gott – eben Freiheit.
4. Menschen, die sich mit Gott verbinden, sind frei und verändern die Welt
Die Evangelien berichten umfassend und vielfältig, wie Menschen Jesus begegnen. Manche hören nur seine Worte, andere finden Erleichterung, Erkennen und Heilung. Immer werden sie eingeladen, sich dem Wahren und Guten zuzuwenden. Vor allem entwickeln sie ihre Persönlichkeit. Aus dem unsicheren Petrus entwickelt sich ein Fels, aus dem einseitigen Fanatiker Paulus ein wirkungsvoller Missionar und Theologe. Sie haben von Jesus gelernt, der sich den Ausgegrenzten, den Kranken und Leidenden widmet und den Irrtümern widerspricht. Der vor allem ein Abbild der Liebe Gottes darstellt.
Seine Nachfolger sind sich gewiss, dass er ihnen nahe ist. Der Auferstandene, das Abbild des lebendigen Gottes, hat eine Freundschaft geknüpft mit denen, die sich dafür öffnen. Er begleitet ihren weiteren Lebensweg. Das lässt die Menschen ihre Angst verlieren. „Trachtet zuerst nach dem Reiche Gottes, … dann wird euch alles andere hinzu gegeben.“ Dieser Satz ist eine Ansage! Eine Zusage! Eine Garantie!
Denn ohne die Angst um sich selbst ist der Mensch frei, wirklich frei. Er kann endlich lieben. Er kann geben, ohne nachzuzählen. Er hat ja genug Rückhalt bei Gott, der für ihn sorgt.
Alle Menschen, welche die Kirche verehrt, haben irgendwie Nützliches für die Menschheit erreicht. Menschen, die sich mit Gott verbinden, verändern die Welt. Liebe ist einfach ansteckend!
